IDE Nitrox Gasgemisch Taucher

Der erlaubte O2-Gehalt in Atemluft: Ein Missverständnis

In unserem letzten Artikel ging es um das Atemluft-Gemisch Nitrox. Bevor wir in unserem News-Feed auf dessen verschiedene Herstellungsarten eingehen, möchten wir mit einem allgemein in Europa kursierenden Missverständnis aufräumen, das durchaus gravierende gesundheitliche Folgen haben kann: Nach der DIN EN 13949 ist ein jegliches Atemluftgemisch, das mehr Sauerstoff-Gehalt als 21 Prozent hat, wie 100% reiner Sauerstoff zu behandeln. Gerade bei Tauchern hat sich jedoch gefestigt, dass entsprechende Maßnahmen erst ab einem O2-Gehalt von 40 Prozent getroffen werden müssen. Das ist falsch!

Mit 40 Prozent Sauerstoffanteil muss sicher umgegangen werden

Dass sich die Anreicherung der Normalluft mit über 21% Sauerstoff im Taucherbereich etabliert ist es wichtig, den Usern die Fakten und Folgen, die sich aus der Anreicherung ergeben, aufzuzeigen. Der unsachgemäße Umgang mit den Gasen kann fatale Folgen haben und zu bösen Unfällen führen. Es ist daher unabdingbar, dass jeder Hersteller dieser Gasmischungen eine fundierte Sachkenntnis im Umgang mit den verschiedenen Gasen hat und über die Gefahren und Risiken aufgeklärt ist. Dazu gehört auch das Wissen um die Unfallverhütungsvorschriften, sowie die einschlägigen Normen bezüglich der Gase selber und dem sicheren Umgang damit. Das fängt schon bei der Ausrüstung an, was vor allem die Sauerstoffreinheit der Tauchtanks betrifft, der Füllventile, der Flaschenventile und den Gasanschlüssen, sowie den Verbindungsschläuchen und Armaturen.

Sehr leicht kann es hier bei Unreinheiten oder Verwendung nicht geeigneter Schmiermittel zu einem Sauerstoffbrand kommen, der innerhalb von Sekunden noch so dicke Metallteile zum Schmelzen bringt!
Gravierende Unfallgefahr geht zum Beispiel von platzenden Schläuchen oder anderen involvierten Druckbehältern aus.
Aus diesem Grund ist diese geübte Praxis, Sauerstoff bis zu 40 Prozent nicht als solchen zu behandeln, von der in Europa geltenden Verordnungslage nicht abgedeckt und hat im schlimmsten Fall gesundheitliche Schädigungen zur Folge. Da hier von Vorsätzlichkeit ausgegangen werden muss sind gravierende Haftungs- und strafrechliche Folgen oftmals damit einhergehend. Auch entsprechende Versicherungen verweigern in solchen Fällen Ihre Leistungen.

IDE gegen Missverständnisse im Nitrox-Gebrauch

Die Gefahren beziehen sich nicht nur auf technische und chemische Probleme wie den Sauerstoffbrand. Auch ein Versagen des menschlichen Organismus, der bei zu viel Sauerstoff nicht mehr richtig arbeiten kann, ist möglich. „Viel hilft viel“ ist also das falsche Motto in diesem Bereich. Die DIN EN 13949, die als sogenannte „Nitrox-Norm“ bezeichnet und bekannt wird ist momentan vielfach aus Unkenntnis nicht oder sehr wenig beachtet. Wir von der IDE-COMPRESSORS MANUFAKTUR wollen mit diesem Blog zur Vermeidung von Unfällen mit Nitrox durch fundierte Information beitragen.
Wie man sicher Gasmischungen herstellt und welche Möglichkeiten es dazu gibt erläutern wir in unserem nächsten News-Artikel.