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Ist Sicherheit technisch gegeben und der Mensch das Problem?

Immer wieder hört oder liest man von Unfällen mit Atemluftkompressoren. Explodierte Druckbehälter, brennende Kompressoren, platzende Schläuche und einiges mehr. Die Ursachen für diese Unfallszenarien werden meist aus gutem Grund nicht offiziell bekannt gegeben.
Wir nehmen diese Beispiele jedoch zum Anlass, die Unfallgeschehen und ihre Hintergründe für Sie zu beleuchten, um zu helfen, Unfälle zu vermeiden.

Sicherheit an erster Stelle

Betrachtet man die Einsatzgebiete unserer Kompressoren wird Eines schnell klar:
Das Problem ist in den wenigsten Fällen die Maschine, sondern der Mensch, der davorsteht. In 97 % der Fälle lautet die Unfallursache Fehlbedienung und unsachgemäße Nutzung. Gerade weil wir einen so hohen Anspruch an unsere Produkte und an die Schulung unserer Kunden stellen, haben wir offensichtlich bis heute keinen Unfall mit einem unserer Produkte zu verzeichnen. (2019 feiert IDE sein 30-jähriges Firmenjubiläum!)

Festgestellte Unfallursachen und die jeweiligen Auslöser

  • Durch den Raum peitschende Hochdruckleitung mit schwerem Personenschaden.
    Grund: An der Verschraubung herausgerissene 10 mm Edelstahlhochdruckleitung, an der bei der Erstmontage die Schneidringe nicht entsprechend der Herstellervorgaben vormontiert waren. Außerdem war die Wandbefestigung der Leitung unsachgemäß.
  • Knalltrauma, bleibender Gehörschaden und tiefe Kopfwunde durch geplatzten Schlauch.
    Grund: Bei dem Schlauch handelte es sich um einen teuren, hochfesten Edelstahlwellschlauch als Verbindung zu einem Speicherbehälter, in dem sich Sauerstoff zur Herstellung von Nitrox befand. Der Basisbetreiber hatte sich selbst eine Mischvorrichtung gebaut und dafür absolut ungeeignete billige Kugelventile verbaut.
    Beim Öffnen eines dieser Ventile erfolgte ein Druckstoß, der den Sauerstoff in Sekundenbruchteilen auf über 1000°C erhitzte, dadurch den Schlauch zerstörte und das Edelstahlgeflecht zum Schmelzen brachte.
  • Geplatzter Filterbehälter, Knalltrauma bei mehreren Personen, Verletzungen durch herumfliegende Aluminiumteile.
    Grund: Zur Verdichtung von 40%-igem Nitrox wurde ein dreistufiger Hochdruckkompressor eingesetzt. Dreistufige Kompressoren sind für den Einsatz mit Nitrox verboten. Beim Verdichtungsvorgang hat sich das Gasgemisch in der Aktivkohle der Filterpatrone selbst entzündet und die Aluminium-Patrone zum Schmelzen gebracht. Das Filtergehäuse wurde weit über das technisch mögliche überhitzt und damit zum Platzen gebracht.
  • Kompressorbrand, dadurch ausgelöstes Platzen der danebenstehenden Speicherbehälter.
    Komplett zerstörte Tauchschule mit komplett zerstörtem Inventar und Warenbestand im anschließenden Tauchsportladen, erhebliche Schäden am Gebäude.
    Grund: Überhitzung der kompletten Anlage durch unzureichende Belüftung und Ölmangel im Kompressor führte zur Selbstentzündung der Maschine. Durch den Kompressorbrand wurden die danebenstehenden Speicherbehälter so stark überhitzt, dass einer davon explodierte und einen weiteren Behälter als Kettenreaktion mitnahm.

Dies sind nur einige wenige Beispiele und man könnte noch Hunderte von Seiten über diese Thematik schreiben. Das Ergebnis ist: Ursache ist in den seltensten Fällen ein Maschinendefekt, sondern wie eingangs schon erwähnt, fast immer Fehlbedienung oder unsachgemäße Nutzung, wie man aus den obigen Beispielen unschwer erkennen kann. Meist geschieht das in Unkenntnis der Gefahren, die von dem Produkt oder dem verwendeten Medium ausgehen können.

Wir von der IDE Kompressors-Manufaktur bemühen uns seit Jahren, in unseren Betreiber-Seminaren interessierten Betreibern von Atemluftkompressoren, vor allem aus der Taucherei, umfassende Information und Kenntnisse zu vermitteln.
Doch die Betreiber-Seminare, wie auch die Technik-Grundseminare, in denen wir uns weniger mit dem Schrauben an solchen Anlagen, sondern mehr mit der Physik und der Sicherheit unserer Anlagen auseinandersetzen, sind nicht sonderlich populär. Die meisten Anmeldungen erhalten wir für die Technik professional Seminare, in denen die Teilnehmer nach Herzenslust schrauben können.
Diesen Teilnehmern sei aber hier mit auf den Weg gegeben, dass dieses Seminar keine drei Jahre Lehrzeit und jahrelange Tätigkeit als Techniker ersetzen kann, die nötig sind, um Anlagen wirklich zu kennen und um sach- und fachgerechte Wartungen und Reparaturen durchzuführen, ohne in ein Produkthaftungsrisiko zu geraten.
In 30 Jahren Tätigkeit sind wir nicht dahintergekommen, warum gerade Taucher an allem herumschrauben, was gut und teuer ist und von dem das Leben und die Gesundheit der Tauchkollegen abhängt.